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Leserbriefarchiv: Jorgen Schäfer

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Bitte beachten Sie auch das Leserbriefarchiv von Joe Wein

From: Jorgen Schäfer <Jorgen_Schaefer@mail.com>
To: cvd@frankenpost.de
Subject: Leserbrief zu "Polizei erimittelt in Wunsiedel gegen 27 Jugendliche"

Ein Großteil der 27 Beschuldigten im Alter zwischen 13 und 18 Jahren haben Ärger bekommen, obwohl sie nur aus Neugier ab und an einen Joint ausprobiert haben -- Cannabis also, eine Droge, die von Wissenschaftlern als ungefährlicher eingeschätzt wird als Alkohol und Nikotin. Strafrechtlich waren sie nie in Erscheinung getreten, und es wäre vermutlich auch bei einem Großteil dabei geblieben.

Wenn nicht zum Ziele der "Pädagogik" das längst widerlegte und wissenschaftlich nicht haltbare Märchen der "Einstiegsdroge Cannabis" aufgewärmt worden wäre -- der Staatsanwalt "kenne keinen, der nicht mit Cannabis angefangen hätte." Aber gerade mal 2-5% der Cannabiskonsumenten steigen überhaupt auf härtere Drogen um. Nach der Logik des Staatsanwaltes führen ebenso Alkohol, Nikotin oder auch Brot zu harten Drogen.

Wie sollen Jugendliche eine Drogenpolitik ernst nehmen, die derartig unhaltbare Thesen vertritt? Jeder, der sich ein wenig informiert, kann über die Logik des Staatsanwaltes nur den Kopf schütteln. Eine sinnvolle Aufklärung und eine akzeptierende Hilfe bei Problemen können den Schülern weitaus mehr Probleme ersparen als blinde Verfolgung und Bestrafung.

Im kommenden Monat müssen sich etliche weitere "Mehrfach-Konsumenten" vor dem Disziplinarausschuss der Schule verantworten. Ihre schulischen Leistungen werden dadurch sicherlich nicht steigen. Wieder einmal hat die Drogenpolitik das Gegenteil von dem erreicht, was sie eigentlich erreichen wollte.

Unsere Ideologien schaden vor Allem unseren Kindern. Wann denken wir endlich um?

Mit freundlichen Grüßen,
-- Jorgen Schäfer


From: Jorgen Schäfer <Jorgen_Schaefer@mail.com>
To: Regionales@OTZ.de
Subject: Leserbrief zu "Cannabiskonsum im Kreis offenbar über Durchschnitt"

Leserbrief zu "Cannabiskonsum im Kreis offenbar über Durchschnitt" vom 6.8.2001

Gerade mal 74 der 394 Personen in der Beratung konsumierten illegale Drogen, jedoch wird so getan als wären diese die wahre Gefahr. Dabei ist es wissenschaftlich erwiesen, dass Cannabis im Vergleich zu Alkohol weitaus weniger gefährlich ist. Die Theorie der Einstiegsdroge Cannabis wurde auch schon vor über 20 Jahren widerlegt.

Eine Freigabe löst das Problem nicht, aber was genau bringt das Verbot? Es kostet den Steuerzahler Millionen um unschuldige und unauffällige Cannabiskonsumenten zu verfolgen und zu bestrafen. Die Nachfrage sinkt nicht, sie steigt, und wo Nachfrage ist, da gibt es auch ein Angebot. Durch das Verbot wird der Schwarzmarkt gefördert, und damit auch all die Probleme, die er mit sich bringt. Ein Jugendschutz ist nur in lizensierten Geschäften möglich, denn einem Schwarzmarkthändler ist es ja gerade recht wenn die Kundschaft zu jung ist um Polizist zu sein.

In Holland gibt es seit über 25 Jahren Cannabis in so genannten "Coffee-Shops". Das resultierte in 2,5% ständiger Cannabiskonsumenten, Tendenz fallend. In Deutschland sind wir bei 3,8%, Tendenz steigend.

Solange die Drogenpolitik des Staates derart unglaubwürdig Alkohol propagiert und Cannabis verteufelt werden Jugendliche auch die gerechtfertigten Warnungen ignorieren. Wann gibt es auch in Deutschland Cannabis in Spezialgeschäften, damit wir endlich unsere Jugend durch eine glaubwürdige Aufklärung schützen können anstatt sie durch unglaubwürdige Gesetze zu gefährden?

Mit freundlichen Grüßen,
-- Jorgen Schäfer


From: Jorgen Schäfer <Jorgen_Schaefer@mail.com>
To: leserbriefe@sueddeutsche.de
Subject: Leserbrief zu "Joint treibt Student in den Wahnsinn"

Es ist erschreckend zu lesen was Nils da passierte. Man sollte hier jedoch nicht dem Trugschluss unterliegen, dass seine Angstzustände einzig und alleine vom Cannabiskonsum herrühren. Psychologen sind schon längst davon abgekommen von einer "Cannabispsychose" zu reden, vielmehr kann jede Droge -- ob Alkohol, Cannabis oder sonstige Substanzen -- Mitauslöser einer latenten Psychose sein, nie jedoch der alleinige Grund.

Es stellt sich nun die Frage wieso Nils nicht schon längst Hilfe gesucht hat -- es war wohl die Angst vor Bestrafung, die in Deutschland immer noch den Konsumenten von Cannabis droht. Stattdessen wäre es weitaus sinnvoller, den etwa 2% problematischen Konsumenten von Cannabis Hilfe anzubieten, anstatt sie zusammen mit den 98% der unproblematischen Cannabiskonsumenten unter erheblichem Steueraufkommen zu verfolgen.

Nebenbei sollte sich Nils freuen, dass er Cannabis konsumierte, und nicht die weitaus schädlichere Droge Alkohol. In diesem Falle hätte er permanente körperliche und geistige Schäden erlitten, und nicht nur etwas über sich selbst gelernt.

Mit freundlichen Grüßen,
-- Jorgen Schäfer